Schlecht beraten – Teure Haftpflichtversicherungen ohne ausreichende Deckungssummen

Während sich die Versicherungsunternehmen sehr intensiv um die Gewinnung neuer Kunden kümmern und große Beträge in Werbung investieren, werden Bestandskunden eher als Ertragsquellen gesehen und nicht ernst genommen.

Im vorliegenden Fall lag die versicherte Deckungssumme für Sachschäden für einen Kunden bei lediglich 250.000 € !!,  die jährlichen Kosten betrugen 106 €. Der gleiche Versicherer bietet heute seinen Neukunden gar keine Verträge unter einer Deckungssumme von 5 Millionen Euro mehr an, erstaunlicherweise kann er dies sogar zu einem niedrigeren Jahresbeitrag als bei dem vorliegenden Altvertrag. Finanztest rät zu einer Mindestdeckung für eine Privat Haftpflichtversicherung von 3 Millionen Euro.

Trotzdem bei diesem Versicherungskunden offensichtlich eine massive Unterdeckung vorliegt, wurde der Kunde nicht über die aktuellen Leistungen der Versicherung informiert und auf eine notwendige Anpassung der Deckungssumme hingewiesen. Der Versicherer baut hier scheinbar darauf, dass Altkunden ihre Versicherungen nicht kontrollieren und möglichst lange hohe Erträge liefern ohne ein großes Zahlungsrisiko für die Versicherung darzustellen.

Im vorliegenden Fall konnte der Kunde auf den Top Schutz für die Privat Haftpflicht beim gleichen Versicherer wechseln mit einer Deckungssumme von jetzt 20 Millionen Euro (!) für einen jährlichen Mehraufwand von 10 €.

Solche Geschäftsgepflogenheiten zerstören das Vertrauensverhältnis zwischen Versichertem und Versicherung und führen letztlich dazu, dass die Versicherung den Kunden verliert. Ganz zu schweigen von der Situation eines Kunden der im guten Glauben ist eine passende Haftpflichtversicherung zu haben und bei der Schadensmeldung erfährt, dass nur ein Bruchteil der Summe von der Versicherung übernommen wird.

Im Ergebnis führt das vor allem dazu, dass Altkunden die Versicherung wechseln. In wiefern das für die Versicherer mittelfristig wirtschaftlich sinnvoll ist, bleibt fraglich.


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